
Monthly Archive for Juli, 2007
Nachdem itunes jetzt dank fachmännischer Hilfe wieder funktioniert - DANKE!DANKE!DANKE! - hat man sich vor lauter Freude und entgegen des erst jüngst gefassten, guten Vinyl-Vorsatzes doch sofort das neue/alte Sonic Youth Doppelalbum runtergeladen.
Herr Schachinger hat das Meisterstück sehr lecker rezensiert und im aktuellen I.D. geben Kim Gordon und Thurston Moore ein gar köstliches Interview. Pervasive, mysterious and delicious und am 26. August live in der Arena in Wien!
Während für einen kleinen Großen der Film- und Fernsehunterhaltung in Stille und fernab der Öffentlichkeit der letzte Vorhang gefallen ist, geht das unlustige Treiben der heimischen Programmreform-Rabauken in die nächste Runde und setzt im Extrazimmer nun auf gemischtgeschlechtlich statt Unisex.
Inhaltlich wie optisch nach wie vor alles andere als ein Wohlgenuss, wobei dieses Charakteristikum ja durchaus typisch für Stammtischrunden ist. Nur sind die im Normalfall auch nicht Teil einer als wegweisend angekündigten Programmreform. Es sei denn, die Weisung war in Richtung bodenlos, denn diesem Auftrag sind die Damen und Herren aus dem mittwochnächtlichen Gruselkabinett mit Bravour nachgekommen. Daran ändert auch eine durchaus geistreiche Gästeschar nichts.
Nachdem einem mitternächtlichen itunes Update ein kurzer Herzstillstand folgte, da plötzlich die Einkaufsliste inklusive dazugehöriger Playlists verschwunden war und bis jetzt noch nicht wirklich wieder aufgetaucht ist, steht trotz aller Glorifizierung trendiger Web 2.0. Gagets fest, dass in diesem Haushalt Musik nur mehr in Schallplattenform konsumiert und vor allem erstanden wird.
Und weil der Schreck über den zeitweiligen Verlust des digitalen Ohrenschmauses noch immer in den Knochen steckt, gibt es als Morgenübung für die externe Festplatte jetzt erst einmal ein ausgedehntes Back Up. Und wenn da dann trotz intensiven Stretchings nichts mehr geht, wird DVDvisiert und bis zum Abend die Menge an materialisiertem, digitalem Speichergut jenem aus analogen Zeiten wohl kaum mehr nachstehen.
Da kann man aufzeichnungstechnisch wirklich gleich bei der guten alten Vinylplatte bleiben, die verschwindet auch nicht, wenn man den Umschlag wechselt. Und besser anhören tut sie sich sowieso.
In einer Operette ist trotz aller Komödie ganz schnell Schluss mit lustig, wenn man seinen Eintritt nicht bezahlt. Und ist der Zahlungsunwillige auch als Statist unbrauchbar, ist die Vorstellung für ihn gelaufen.
Und so hat man an einem sonnig, schwülen Sommervormittag in einer Einkaufsstraße Geld auszugeben und dabei glücklich zu lächeln. Sitzt man stattdessen schnorrend an der Straßenecke und bläst mit einer Dose Bier in der Hand Trübsal, ruft dies unverzüglich uniformierte Ordnungshüter auf den Plan, die den juvenilen Inszenierungsverweigerer gekonnt aus dem Bühnenbild entfernen und dabei das wenig einfühlsamen Libretto “Deine Probleme interessieren mich nicht. Fahr heim nach Bosnien!” schmettern.
Dafür gibt es nicht bloß aus dem rechten Eck noch immer viel Applaus und die Buh-Rufe verhallen im Münzengeklimper der Geschäftskassen.





Suppenwürze