Monthly Archive for Februar, 2008

Guten Appetit - Mahlzeit!

Mittagessen können es manchmal in sich haben, und nicht etwa, ob der Nahrungsaufnahme per se, nein, manchmal sind es einfach die Themen abseits der Speisekarte, die einen die Gabel in den Gaumen rammen lassen. Aus unachtsamer Erschrecktheit dann nämlich, wenn man sich plötzlich und völlig unerwartet mit dem eigenen Ablaufdatum konfrontiert sieht und das nicht etwa, weil man sich am bioveganen Polenta-Mangold-Kügelchen verschluckt hat, sondern weil das mittagessende Gegenüber ganz nebenbei bemerkt, dass unser aller Ablaufdatum schon in Kürze erreicht ist.

Aber dies alles ist ja bloß der Anfang vom Ende, das sich selbst bei gelegentlichem Rauchwarengenuss noch einen Weile hinziehen wird, wären da nicht die Tücken der historischen Redundanzen, die uns noch vorschnell den Gar ausmachen könnten. Denn, so mutmaßt das grüblicherische Gegenüber, Europa sei rein rechnerisch dem Untergang geweiht. Keine Hochkultur (!) hat bisher die Zweitausendermarke unbeschadet überstanden und somit ist auch unser Schicksal besiegelt und der Eintrag in den Geschichtsbüchern gewiss. Zudem wären da ja auch noch Klimawandel, Ressourchenverknappung, Börsencrash und ab dem Jahr 2036 Euro 47,20 monatlich aus der Vorsorgepension. Bei diesen Aussichten ist der Weg in die innere Glückseligkeit der Erleuchtung vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Für den Anfang tut´s aber auch einfach ein Verdauungsschnapserl.

… und ewig lockt das Weib

Sex sells, dachten sich wohl die Veranstalter des Große-Buben-Motorrad-Spektakels “Masters of Dirt” und ließen auf Satanico Pandemonium gestylte Mädels ein wenig in der Sandgrube rummachen und so den Titti Twister grüßen. Nur, dass der halt die Wiener Stadthalle war und die Herren mit ihren motorisierten Zweirädern zwar durchaus spektakulär durch die Lüfte wirbelten, doch die Fernsehmoderation des Events mehr als zu wünschen übrig ließ.

Kermit der Frosch dürfte sich hinters Mikro verirrt und einen ebensolchen verschluckt haben. Und der Stimme nicht genug, wurde das Dargebotene auch noch rohypnolisierend verbalisiert, da halfen auch die Einlagen des Robotman Ronnie Renner nicht mehr viel. Getoppt wurde die Moderationschose dann nur noch vom aufstrebenden Jungreporter, der die Cordoba backflipenden Zweiradakrobaten siezte. Bitte, lieber ORF Sport Plus, wenn schon Freestyle, dann bitte auch im Moderationsstyle, weil sonst wird die Sache steif, wie so mancher (post)adoleszenter Hosenschritt beim Anblick der holden Mädchenschar.

Insel der Seeligen

 

Während erst kürzlich und vor allem höchst boboesk im Forum Mozartplatz über ein postuliertes Darniederliegen der österreichischen Fernsehkreativen viel heiße Luft produziert wurde, zeigt die Donnerstag Nacht im ORF wohin der Weg gehen kann und vor allem auch muss. Herr Eden auf Besuch im Willkommen Österreich Wohnzimmer war zwar durchaus jenseitig, aber trotz oder gerade wegen gnadenlos machistischer Erbärmlichkeit ein Leckerbissen neben einer immer braven und artigen Claudia Stöckl und ein perfektes warm-up für das köstliche Fernsehereignis “Little Britain“. Wenn das öffentlich-rechtlicher Funk ist, dann immer gerne und vor allem mehr, mehr, mehr.

Und weil dem jetzt nicht wirklich was hinzuzufügen ist, war´s das dann auch schon für heute und man freut sich auf den kommenden Donnerstag.

 

Weltenbummler

Im selbstgezimmerten Bücherschränkchen reihen sich die lonely planets Rücken an Rücken, Tramperrucksack, Isomatte und Kugelzelt sind noch immer bestens gewartet, doch irgendwie seit Jahren bereits einsatzlos, weil es einen statt in die weite Welt der Hostels und Couchsurfer dann doch eher ins weichgepolsterte Hotel very welcome im Gartenbaukino zieht.

Ein höchst unterhaltsamer Film über und für all jene, die, gefangen in der Saturiertheit westlicher Konsumlebenswelten, in jungen Jahren auszogen, um den Sinn des Lebens zu suchen. Dieser fand sich dann zumeist reicht schnell auf fernen Tramperpfaden, auf welchen sich der drogengeschwängerte und exzessiv körpersäfteaustauschende Egotrip ohne Maß und Ziel und vor allem besonders gut zum Beat der aufgehenden Sonne zelebrieren ließ. Abenteuerliche Busfahrten, nervenaufreibende Unterkunftssuchen - besonders beschwerlich wenn bei 40°C und schwerem Absinthkater - tonnenschwere Rücksäcke, knurrende Mägen und alle Unannehmlichkeiten des Streunertums landeten angesichts dieses Gefühlsoverflows recht schnell im Eck der romantischen Verklärung der Erinnerung.

Und so sitzt man heute im kuscheligen Kinosessel, wippt mit der Fußspitze zu Goatrance und träumt von der Jugend. Das nennt man dann mehr als mitten drin im Lebensalter der Erziehungsberechtigten wohl einen gelungenen Abend.

Netzwerk

Betroffene Gesichter. Man kramt in unaufgeräumten Schreibtischschubladen, blättert wieder einmal analog und weiß nicht so recht, was anfangen, denn das Netz wurde gekappt.

Und so sitzt man gefangen in der Analogwelt und weiß nicht so recht, was tun mit der Zeit, weil die Files am externen Server in den unerreichbaren Weiten des Cyberspace versteckt sind und Handzettel einmal waren. So heisst es wie in den längst vergangenen Supplierstunden “stille Beschäftigung” bis die Telekom Austria dann vielleicht doch endlich einmal zur Schadensbehebung schreitet. Doch das dauert.

Und so glühen Wuzeltisch und Gehirnwindungen, weil man statt interzunetwerken auf Community-Plausch macht und schnell feststellt, dass der kleinste gemeinsame Nenner das Partytum ist und der Fasching in diesem Jahr sowieso viel zu kurz. Und schon ist die Gschnasidee geboren, ein Komitee gegründet und überhaupt. Und das Internet meldet sich dann auch wieder zurück, doch da sind alle schon mit dem Stehachterl beschäftigt.