Situationsbericht

Nachdem man gestern in hochsommerlicher Vorfreude mit offenem Schiebedach und Naßhaar bei mäßiger Außentemperatur durch die Stadt düste, sitzt man heute im Beduinenlook mit Wollschal um den Kopf am Arbeitsplatz. Die Stirn ist verschnupft und schickt eindeutige Botschaften durch das Näschen - oh weh, das kann ja heiter werden. Nundenn, man sollte es sich in fortgeschrittenem Alter eben nicht mit dem eigenen Körper verscherzen. Das Schiebedach bleibt bis auf Weiters zu und der Kopf wo(h)llig verhüllt.

Doch wollte man jetzt eigentlich gar nicht über die körperlichen Unzulänglichkeiten eines 30+++ Wesens lamentieren, sondern nochmals auf das unterhaltsame Büchlein von Elisabeth Raether hinweisen. In Neue deutsche Mädchen geht es nämlich nicht nur um Männer(geschichten) und die große Liebe, nein, nein, da wird auch ein ganz gelunges Abbild der heutigen Arbeitswelt erstellt und eine Lobeshymne auf die “neuen Väter” gesungen. Durchaus verdient, doch lassen wir die Herren der Schöpfung mal nicht zuviel der Lorbeeren ernten, schließlich feit auch vorbildlichstes Vätertum nich vor pubertären Sturm-und-Drang-Aktionen. Stoff für eine Fortsetzung gibt das allemal.

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