Steirischer Herbst 1995. Grazer Schauspielhaus - “Hurra Jesus, ein Hochkampf!” von Christoph Schlingensief. Christoph Wer? Doch schon ist man wie gebannt und wird es die folgenden 15 Jahre immer wieder sein. Der Meister inszeniert ohne wenn und aber - vortrefflich - und das auf allen Bühnen dieser Welt. Erst vor ein paar Monaten im Burgtheater - “Via Intolleranza II” - eine Festwochenproduktion und ein Spektakel wie damals 1995. Der Kreis hat sich geschlossen, der Verhang ist gefallen und Elfriede Jelinek sagt, wie es ist: als sei das Leben selbst gestorben. Ende der Vorstellung.
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Träume sind wunderbar, an lauen Sommernächten überhaupt und wenn sie dann auch noch am Wiener Burgtheater nach dem Skript eines Herrn Shakespeare stattfinden, kaum zu übertreffen. Und so genoss man gestern Abend sprachliche Hochkultur in Form eines Sommernachtstraums und ließ sich nicht zuletzt aufgrund der großartigen Performance eines Udo Samels in den Wald des Oberon verführen.
Dort wurde mit verklärtem Liebesauge durch die Nacht dem oder der Liebsten hinterhergestolpert, sich der eigenen Würde entledigt und vor allem ganz viel Theater gemacht. Eine große Show mit ebensolchen Effekten und vor allem dem Spiegel, den gerade der Herr aus England so perfekt vorzuhalten weiß:
“Die Liebe sieht nicht, sondern träumt und sinnt,
Drum malt man den geflügelten Amor blind.
Auch hat ihr Traum von Urteil keine Spur:
Flügel und blind! So hastet Liebe nur,
Die Liebe, die man oft ein Kind drum nennt,
Weil ihre Wahl sich kindisch oft verrennt.”




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