Herr Mason stellt im open space der Kunsthallte aus und dafür werden ihm jetzt gleich ein paar Punkte seines Traummannstatus´abgezogen, denn malen, so befindet man als Langzeitdevotee Herrn Brian Warner´s, kann er nicht. Aber einmal mehr zeigt er Hang zu Romantischem, pinselt in pastelligem Aquarell - hier und dort ein Herzerl auf malträtierte Körper - herzig, vielleicht am ehesten. Dafür überzeugt David Lynch mit frühen Filmwerken wie The Grandmother einmal mehr und macht den Kunstausflug dann schlussendlich doch noch zu einem eben solchen Genuss.

Stadttouren können anstrengend sein. Nächtliche mit schwerbedienbarem Riesenrad und im Zustand bereits völliger körperlicher Erschöpfung umso mehr - vor allem, wenn diese aufgrund der allgemeinen Schwäche von glucksenden Lachkrämpfen begleitet sind. Da kann es ganz schnell passieren, dass einen die rote Ampel das Gleichgewicht verlieren lässt, sich der Fahrradnachbar zuerst noch die Schuld an dieser Schräglage gibt, um schlussendlich und vor allem völlig ungerechtfertigt die Stürzende der Trunksucht zu bezichtigen. Möglicherweise war´s ja die Rhabarberschorle - könnte vergoren gewesen sein.
Wenn sich Mediendamen über 30 zu einem nächtlichen Stell-dich-ein auf einem Kiez-Balkon im hochsommerlichen Hamburg treffen, kann es passieren, dass die reine Erwähnung Dave Gahan´s zu Hyperventilationen führt und ExpertInnengespräche zu Hüfthosen und der Glattrasur ihrer Träger abendfüllend und im wahrsten Sinne des Wortes erschöpfend sind. Da braucht´s zum Frühstück eine dreifache Portion Fischbrötchen - vorzugsweise AAL!!! - und man ist fit für weitere Stunden Sozialvoyeurismus am Spielbudenplatz - idealerweise bei einem Gläschen Gin Tonic im Freiluftcafé des Hotel Monopol - the place to be!
Den Herren der Schöpfung sei in diesem Zusammenhang ein fetter Schlüsselbund an der (Hüft)hose empfohlen, um sich die Bordsteinschwalben vom Leibe zu halten und den Damen für frühmorgendliche Spaziergänge jenseits des Hans-Albers-Platzes züchtige Gewandung. Ansonsten kann es hier ganz schnell zu Verwechslungen kommen und man stellt sich noch heute die Frage, ob man diese als Kompliment oder doch eher Affront werten sollte. In Anbetracht des vorgeschrittenen Alters - oder der Uhrzeit des Geschehens - hat man sich als kurzberockte Rotschuhträgerin für Ersteres entschieden.
Suppenwürze