Wenn die Fußball-EM bisher überhaupt was zu bieten hatte, dann vor allem die ersten gewonnen Euro. Ja, man hat sich mitreißen lassen und mit den Herrn Kollegas um das Spiel Schweiz-Tschechien gewettet und gleich einmal aufs richtige Pferd gesetzt - sorry, auf den richtigen BALL natürlich.
Die Tschechen brachten das prognostizierte 1:0 nach Hause, man selbst trotz EM-Unwohlseins ein Lächeln aufs Gesicht. Fußball ist gewöhnungsbedürftig, 22 Männern beim Ball-Hinterherlaufen zusehen per se nicht unbedingt spannend und die Sidecomments zumeist völlig überflüssig, Hicke, Hicke!
In diesem Zusammenhang erwähnenswert, die fast tägliche pressekonferenzielle Performance des Ivo-Styles (11.45 Uhr/ ORF1) - aus etymologischer Sicht eindeutig ein Vorläufer des krachig-trendigen “Bam-Oida”, nur inhaltlich noch mehr gegen Null - fast unglaublich, aber das geht. Mit stoischer Ruhe und Nichtsprache monologisiert Ivica Vastic über … ja, worüber eigentlich?! Man mutmaßt über Flatterball, Flugkurve und TTTTTTTTTTTTTTTTTTTOOOOOOOOOOOOOOOOOORRRRRRRR und wenn man nicht spätestens da narrisch wird, weiß man jetzt auch nicht.
Schöner Mann, schöne Musik und seit jeher ein gewisser Hang zur Biochemie, der Herr Rossdale. War es in den 90igern noch das Glycerine, kamen dann irgendwann die Chemicals between us und schlussendlich die sangestechnische Huldigung des Adrenalin. Letztere überraschte die Ohren dann so unvermutet, dass man vergaß, aus dem Auto auszusteigen. Eigentlich war es ja Herrn Larkins Schuld, spielte er die Nummer doch wirklich bis zum letzten hörbaren Etwas und genau da klopfte auch schon der Bürokollege ans Fenster. In der anschließenden Morgenkonversation ging dann unter, ob es sich beim eben gehörten Sangeskünstler tatsächlich um den längst in familiengründerischer Versenkung gewähnten Ex-Bush-Frontmann gehandelt hat.
So fragt man das pipifeine FM4-Trackservice, und ja, es war Gavin Rossdale, der da frühmorgens via Äther über das Nebennierenrindenhormon herzschmerzte. Und ja, er ist immer noch gerne oben ohne nackig auf der Bühne, wie ein schneller Blick Richtung youtube beweist, und ja, er ist immer noch zuckersüß anzusehen und ja, man kommt da auch weit jenseits grungiger Möchte-gern-Groupie-Tage ins Schwärmen, ob des gesixpackten Hühnerbrüsterls. Und nein, es hätte dieser Erkenntnis jetzt nicht bedurft, den Nobelpreis holen sich andere, den Herrn Rossdale sowieso.
Mittagessen können es manchmal in sich haben, und nicht etwa, ob der Nahrungsaufnahme per se, nein, manchmal sind es einfach die Themen abseits der Speisekarte, die einen die Gabel in den Gaumen rammen lassen. Aus unachtsamer Erschrecktheit dann nämlich, wenn man sich plötzlich und völlig unerwartet mit dem eigenen Ablaufdatum konfrontiert sieht und das nicht etwa, weil man sich am bioveganen Polenta-Mangold-Kügelchen verschluckt hat, sondern weil das mittagessende Gegenüber ganz nebenbei bemerkt, dass unser aller Ablaufdatum schon in Kürze erreicht ist.

Aber dies alles ist ja bloß der Anfang vom Ende, das sich selbst bei gelegentlichem Rauchwarengenuss noch einen Weile hinziehen wird, wären da nicht die Tücken der historischen Redundanzen, die uns noch vorschnell den Gar ausmachen könnten. Denn, so mutmaßt das grüblicherische Gegenüber, Europa sei rein rechnerisch dem Untergang geweiht. Keine Hochkultur (!) hat bisher die Zweitausendermarke unbeschadet überstanden und somit ist auch unser Schicksal besiegelt und der Eintrag in den Geschichtsbüchern gewiss. Zudem wären da ja auch noch Klimawandel, Ressourchenverknappung, Börsencrash und ab dem Jahr 2036 Euro 47,20 monatlich aus der Vorsorgepension. Bei diesen Aussichten ist der Weg in die innere Glückseligkeit der Erleuchtung vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Für den Anfang tut´s aber auch einfach ein Verdauungsschnapserl.
Sex sells, dachten sich wohl die Veranstalter des Große-Buben-Motorrad-Spektakels “Masters of Dirt” und ließen auf Satanico Pandemonium gestylte Mädels ein wenig in der Sandgrube rummachen und so den Titti Twister grüßen. Nur, dass der halt die Wiener Stadthalle war und die Herren mit ihren motorisierten Zweirädern zwar durchaus spektakulär durch die Lüfte wirbelten, doch die Fernsehmoderation des Events mehr als zu wünschen übrig ließ.
Kermit der Frosch dürfte sich hinters Mikro verirrt und einen ebensolchen verschluckt haben. Und der Stimme nicht genug, wurde das Dargebotene auch noch rohypnolisierend verbalisiert, da halfen auch die Einlagen des Robotman Ronnie Renner nicht mehr viel. Getoppt wurde die Moderationschose dann nur noch vom aufstrebenden Jungreporter, der die Cordoba backflipenden Zweiradakrobaten siezte. Bitte, lieber ORF Sport Plus, wenn schon Freestyle, dann bitte auch im Moderationsstyle, weil sonst wird die Sache steif, wie so mancher (post)adoleszenter Hosenschritt beim Anblick der holden Mädchenschar.
Während erst kürzlich und vor allem höchst boboesk im Forum Mozartplatz über ein postuliertes Darniederliegen der österreichischen Fernsehkreativen viel heiße Luft produziert wurde, zeigt die Donnerstag Nacht im ORF wohin der Weg gehen kann und vor allem auch muss. Herr Eden auf Besuch im Willkommen Österreich Wohnzimmer war zwar durchaus jenseitig, aber trotz oder gerade wegen gnadenlos machistischer Erbärmlichkeit ein Leckerbissen neben einer immer braven und artigen Claudia Stöckl und ein perfektes warm-up für das köstliche Fernsehereignis “Little Britain“. Wenn das öffentlich-rechtlicher Funk ist, dann immer gerne und vor allem mehr, mehr, mehr.
Und weil dem jetzt nicht wirklich was hinzuzufügen ist, war´s das dann auch schon für heute und man freut sich auf den kommenden Donnerstag.
Suppenwürze