Tag-Archiv für FM4

angewandte Chemie

Schöner Mann, schöne Musik und seit jeher ein gewisser Hang zur Biochemie, der Herr Rossdale. War es in den 90igern noch das Glycerine, kamen dann irgendwann die Chemicals between us und schlussendlich die sangestechnische Huldigung des Adrenalin. Letztere überraschte die Ohren dann so unvermutet, dass man vergaß, aus dem Auto auszusteigen. Eigentlich war es ja Herrn Larkins Schuld, spielte er die Nummer doch wirklich bis zum letzten hörbaren Etwas und genau da klopfte auch schon der Bürokollege ans Fenster. In der anschließenden Morgenkonversation ging dann unter, ob es sich beim eben gehörten Sangeskünstler tatsächlich um den längst in familiengründerischer Versenkung gewähnten Ex-Bush-Frontmann gehandelt hat.

So fragt man das pipifeine FM4-Trackservice, und ja, es war Gavin Rossdale, der da frühmorgens via Äther über das Nebennierenrindenhormon herzschmerzte. Und ja, er ist immer noch gerne oben ohne nackig auf der Bühne, wie ein schneller Blick Richtung youtube beweist, und ja, er ist immer noch zuckersüß anzusehen und ja, man kommt da auch weit jenseits grungiger Möchte-gern-Groupie-Tage ins Schwärmen, ob des gesixpackten Hühnerbrüsterls. Und nein, es hätte dieser Erkenntnis jetzt nicht bedurft, den Nobelpreis holen sich andere, den Herrn Rossdale sowieso.

So koit und so schön

Schräglage

In einer Gesellschaft der Prozac-Optimisten und Glückseligkeits-Fetischisten ist es eine wahre Wohltat, wenn sich zumindest auf Musikebene Neigungsgruppen finden, die sich dem L(i)ebensleid in vollsten Zügen hinzugeben wissen und damit nebelig, verschneite Novemberwochenenden zu einem wahren Hochfest der Tristesse deluxe werden lassen.

Herr Ostermayer und Kumpanen verzehren sich auf ihrem aktuellen Tonträger akustisch nicht nur geschmackvollst jenseitig nach Liebe, Leben, oder dem, was man zumindest gemeinhin darunter verstehen mag. Sie tun dies obendrein unter anderem mithilfe melodisch höchst anspruchsvoller Nachahmung eines frühen Nick Cave, der seit jeher für die Königsklasse der liebestechnischen Selbstentäußerung gestanden hat und erbringen einmal mehr den Beweis für Rilke´s Postulat der untrennbaren Verbindung von Liebe und Einsamkeit.

Da heisst es nicht bloß beim großartigen “so koit” Ohren und überhaupt warm einpacken, sondern ganz generell “Gute Nacht, du liebe Welt”, auf dass auch morgen noch ein wenig übrig bleibt, vom wunderschönen Herzeleid!

Am 20.11.2007 sind die Herren übrigens im OST zu belauschen. Vorab schon mal eine kleine Schmerzattacke …

dreizuzwei

Dass die Grün-Weißen immer schon hoch hinaus wollten, ist ja nichts Neues. Zwischendurch war man ja sogar ganz oben, nur dann kamen die Red Bulls aus Salzburg und aus war´s mit dem Höhenflug. Gegen ein flügelverleihendes Erfrischungsgetränk war man einfach chancenlos und auch der gute Rat plötzlich teuer, in Hütteldorf. Was also lag da näher, als ein wenig mit der europäischen Luft-und Raumfahrt zu liebäugeln. Mit dem Eurofighter ließe sich schließlich ganz schnell an Höhe gewinnen und, wie meinte einst George Orwell, “Sport ist wie Krieg, ohne zu schießen”. Nun hat der Herr Klubpräsident, der im früheren Leben auch einmal Finanzminister war, den Schuss fürs Erste im eigenen Tor versenkt und das ist ja meist nicht so gut.

Da erging es Senderchefin Eigensperger am Wochenende weit besser. Ihr gelb-schwarzes Team bewies am Samstag Bodenhaftung und Ballgeschick. Grisse- Stermann & Co. plazierten das runde Leder gekonnte drei Mal im gegnerischen Tor und sorgten für eine kleine Fussballsensation in Stadlau. Sie haben dem Gegner das Fürchten gelehrt, aber “Don´t be afraid, baby. It´s only FM4!”