Tag-Archiv für Krise

Just do it

Passend zur schon seit längerem schwelenden Bildungsdebatte und NICHT als Rechtfertigung für Lehrende zu verstehe, hier ein Auszug aus Hermann Hesse´s Glasperlenspiel:

Das Schreiben des Magister Ludi an die Erziehungsbehörde

… Im Vergleich mit andern Zeitaltern, namentlich der feuilletonistischen Frühzeit mit ihren üppig dotierten Hochschulen, ihren zahllosen Geheimräten und luxuriösen Instituten sind diese Opfer in der tat nicht groß, und verschwindend klein sind sie verglichen mit denen, welche im kriegerischen Jahrhundert der Krieg und die Rüstung verschlang. Aber eben diese Rüstung wird vielleicht in Bälde wieder oberstes Gebot sein, im Parlament werden die Generäle wieder dominieren, und wenn das Volk vor die Wahl gestellt wird, Kastalien zu opfern oder sich der Gefahr von Krieg und Untergang auszusetzen, so wissen wir, wie es stimmen wird. Es wird alsdann auch ohne Zweifel sofort eine kriegerische Ideologie in Schwung kommen und namentlich die Jugend ergreifen, eine Schlagwort-Weltanschauung, nach welcher Gelehrte und Gelehrtentum, Latein und Mathematik, Bildung und Geistespflege nur soweit als lebensberechtigt gelten, als sie kriegerischen Zwecken zu dienen vermögen.

Die Woge ist schon unterwegs, einmal wird sie uns wegspülen. Vielleicht wird das gut und notwendig sein. Vorerst aber steht uns, sehr zu verehrende Kollegen, nach dem Maß unseres Erwachtseins und unsrer Tapferkeit jene beschränkte Freiheit des Entsschließens und Handelns zu, welche dem Menschen gegönnt ist und welche die Weltgeschichte zur Menschengeschichte macht.

Denn nicht zuletzt in Zeiten von “Daham statt Islam” gilt es im Bildungsbereich zu Handeln anstatt trotzig die Arbeit niederzulegen und pathetisch den Anfängen zu währen - wie dies im gestrigen Report sprachlich zum Teil übrigens höchst fragwürdig getan wurde. Die eine oder andere Äußerung des Gewerkschaftspersonals hätte in Punkto Grammatik eine glatte Fünf verdient. Und über den Inhalt lässt sich streiten.

Transzendentale Obdachlosigkeit

… oder die Frage “Wie gewinnen, den Kampf mit der Welt”.
Herr Kafka schlägt das “Sekundieren” vor, bei Camus dürfen wir
uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen und Herr Willemsen macht den Knacks zur Attidüde. 

K/coma und die Kommunikation

Das Alte Mensch-Maschine-Dilemma entpuppt sich zunehmend als reines Dilemma des Menschen vor allem, wenn es sich um diesbezügliche Problematik hier im comalab dreht. Der PC - respektive der diesem innewohnende Geist - oder wer auch immer die Arbeit in dem ratternden Kasterl macht, ist ein schwieriger Zeitgenosse. Irgendwie hat´s da was mit der Kommunikation. Er - und ja, es ist ein ER, weil hier wirklich alle Geschlechtsstereotypen mit Bravour erfüllt werden - neigt zu emotionalen Überreaktionen, die zum Stillstand auf allen Ebenen führen. Koma eben - seinerseits, versteht sich.

Und das wegen Nichtigkeiten. Ein klitzekleines Zeichen falsch in die source getippt, eine winzige Unkorrektheit im link und schon gibt´s eine Krise - und was für eine.
Diese pingelige Überkorrektheit und Verwehrung gegen die kleinste Normabweichung bringt mich gelegentlich in die Versuchung, ihm faschistoides Verhalten vorzuwerfen. PC-Faschismus sozusagen. Die Folge: der kommunikative Supergau. So wie gestern zum Beispiel.

Ich grad voller Euphorie und Tatendrang und ihm fällt nichts besseres ein, als die Luken dicht zu machen. Da geht dann gar nichts mehr - Stillstand. Er verzieht sich in Richtung bits & bytes und schweigt, während ich kurz einmal alle Arten manisch psychischer Ausnahmezustände durchlaufe.

Erinnert alles ein wenig ans wirkliche Leben.
Schönen Valentinstag, meine Damen und Herren!




Wir wollen mitbestimmen und rufen für die Wiener Wahl 2010 Grüne Vorwahlen aus.