Permit me to issue and control the money of a nation,
and I care not who makes its laws.
Mayer Anselm Rothschild/ Banker
macht Appetit auf Lesen
Man ertappt sich in letzter Zeit immer häufiger dabei beim Ersten vorbeizuschauen und dort - zumindest fernsehtechnisch - hängen zu bleiben. Da gab es über die Feiertage nicht nur ganz bezaubernde Dokumentationen über wahrlich pitoreske Eisenbahnstrecken weltweit. Sondern vor allem auch immer wieder ganz vortreffliche Portraits unterschiedlichster Personen und gestern Abend war Frau Merkel dran.
Endlich einmal ein Blick auf die Politikerin Merkel, ohne ständigen Verweis darauf, dass sie eine Frau ist. Denn, und das wurde in dieser Sendung einmal mehr verdeutlicht, es geht darum, was ein MENSCH kann und nicht vordergründig, ob er Männlein oder Weiblein ist. Dies unterstrich auch Guido Westerwelle in seinem Statement zum Agieren der Kanzlerin und stellte fest, dass es sich bei der (politischen) Macht auf höchster Ebene ausgeschlechtert hat. Der Machtmensch Merkel handelt nicht geschlechtsrollenspezifisch, die Frage stellt sich hier nicht einmal, und das ist gut so, um Herrn Wowereit zu zitieren.
Doch auch unter den Mächtigen gibt es ganz schöne Gockel, denen jedoch trotz ihres Beharrens auf dem Geschlechterspiel nicht ein gewisses Feingefühl für Politik abzusprechen ist, und daher sei an dieser Stelle das akutelle Buch des Politmachos Fischer erwähnt, in welchem sich dieser sehr klar zu Machtdefinition, und Oppositionspolitik im Speziellen äußert. Ein Thema, welchem sich auch die heimischen Grünen ehebaldigst sehr eingehend widmen sollten.
Auf Arte Herr Godard und Herr Wagner aus dem Ö1 Radio. Der eine mit, der andere ohne Ton. Und nein, dies ist jetzt keine Anspielung auf den wahrlich bedauernswerten, stimmlich indisponierten Wotan-Barden
“Kein Mensch soll ertragen müssen, was er ertragen kann” die Schlussworte der Holocaust-Überlebenden Susanne Lamberg drücken aus, was nicht nur der Tenor einer interessierten Zuhörerschaft und einer handvoll engagierter Protagonisten im Wiener Volkstheater sein sollte, sondern vielmehr weltumspannender Ethikgrundsatz.
Nicht das Warum ein ganzes Volk überhaupt nichts mitbekommen haben will, ist in Zeiten des global village die zentrale Frage, sondern vielmehr, wie man mit dieser Geschichte umgeht und vor allem, was man daraus lernt. Und dieser Lerneffekt scheint gerade in einer Zeit der totalen Vernetzung, in welcher sich die Welt auf Knopfdruck nach Hause holen, das Elend aber ebenso schnell wieder von der heimischen Bildfläche wegklicken lässt, sehr hinterfragenswert. Wissen kann nur bewegen, wenn ihm Taten folgen. Wegschauen ist zwar eine ebensolche, doch hat sich das bereits vor mehr als 60 Jahren als höchst kontraproduktiv herausgestellt.
In einer Operette ist trotz aller Komödie ganz schnell Schluss mit lustig, wenn man seinen Eintritt nicht bezahlt. Und ist der Zahlungsunwillige auch als Statist unbrauchbar, ist die Vorstellung für ihn gelaufen.
Und so hat man an einem sonnig, schwülen Sommervormittag in einer Einkaufsstraße Geld auszugeben und dabei glücklich zu lächeln. Sitzt man stattdessen schnorrend an der Straßenecke und bläst mit einer Dose Bier in der Hand Trübsal, ruft dies unverzüglich uniformierte Ordnungshüter auf den Plan, die den juvenilen Inszenierungsverweigerer gekonnt aus dem Bühnenbild entfernen und dabei das wenig einfühlsamen Libretto “Deine Probleme interessieren mich nicht. Fahr heim nach Bosnien!” schmettern.
Dafür gibt es nicht bloß aus dem rechten Eck noch immer viel Applaus und die Buh-Rufe verhallen im Münzengeklimper der Geschäftskassen.
Suppenwürze