Spiegelbild

7. März 2007 | Von | Kategorie: Das philosophische Menuett

Eine Kamera respektive das ihr innewohnende Speichermedium ermöglicht das analoge/digitale Festhalten des eigenen Konterfeis. Schön und gut. Kann ein Spiegel auch. Zwar nicht dauerhaft, aber zumindest solange bis der Betrachter die Lust am Posieren verliert. Die eigene Visage langweilig wird.

Völlig kontär verhält es sich bei Kameras. Hier führt uns das Unterhaltungsfernsehen im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen, dass der Effekt der Langeweile nur schwer erreichbar ist, wenn überhaupt. Zumindest was den Posierer an sich betrifft.

Dieser sieht sich ja per se nicht selbst zu, wie er sich zusieht, sondern – und das scheint in diesem Fall entscheidend – ganz viele sehen gemeinsam mit ihm zu, wie er sich zusieht. Bewundern ihn, dass er sich zusieht beim Zusehen und sie dabei sein dürfen beim Zusehen und dabei zusehen.

Das wird dann auch gar nicht langweilig, das Zusehen beim Zusehen, weil irgendwann weiß dann eh keiner mehr, wer denn jetzt eigentlich wem zusieht beim Zusehen. Einen Spiegel, bitte!

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