Achtfüssler

24. Mai 2007 | Von | Kategorie: Stadtgeschichten

Der Sommer beginnt nun schon im Frühjahr und bringt neben wunderbarem Sonnenschein und hundstagemäßiger Hitze auch Herrn und Frau Insekt ins Haus. Da bahnt sich die Ameise ihren Weg vom Balkon ins Wohnzimmer, gefolgt von einer knallgrünen Heuschrecke und auch der Marienkäfer scheint sich in der Wohnung wohler zu fühlen als im Freien. Alles schön und gut, nur will man hier ja nicht auf Krabbelstube für chitinbepanzerte Kriechtiere machen und so bugsiert man die illustre Schar schleunigst zurück auf den Balkon. Und dort sollen sie doch auch bitte bleiben, wünscht Frau Dr. Doolittle.

Offensichtlich ist man aber der Insektensprache nicht wirklich mächtig, denn schon kommt die fette Stubenfliege angebrummt, die Ameise versucht ein weiteres Mal den Sturm aufs Wohnzimmer und hat auch gleich Verstärkung mitgebracht und Familie Wespe macht sich froh und munter an den Bau eines Kugelnestes im Schutze der Karniese. Das geht nun aber wirklich zu weit und man fährt mit einem Regenschirm großes Geschütz auf und stochert damit wie wild am Rohbau herum. Dieser fällt dann schließlich zu Boden und man selbst der erbosten Flugmeute um ein Haar zum Opfer und schließlich völlig erschöpft vom Insekten-Domptieren ins Bett.

Und als dort dann ein RIESIGER, schwarzer Schatten über die Wand huscht und man aus dem Augenwinkel acht Beine identifiziert, ist es vorbei mit der gewaltfreien Koexistenz zwischen Hausgetier und Mensch. Weil da löst die Panik dann ganz schnell die Tierliebe ab und der Hausschuh wird zum Mordwerkzeug und macht seiner umgangssprachlichen Bezeichnung alle Ehre, denn PATSCH und schon ist es aus, das Spinnenleben.

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