Phantasma

13. Juni 2007 | Von | Kategorie: Kinematograph

Schnee ist das Blut der Geister. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass David Lynch in seinem neuen Meisterwerk Teile der Handlung in das tiefverschneite Lodz verlegt hat. Was die Sache verständnistechnisch allerdings nicht wirklich vereinfacht, denn was ist hier Realität und was Fiktion. Gibt es eine Grenze zwischen Tagtraum und dem Hier und Jetzt, oder aber verschwimmt alles zu einem Ganzen, das nach seinem eigenen Prinzip funktioniert und läuft und läuft und läuft und sich irgendwann in einer Endlosschleife gefangen findet, aus der es kein Entrinnen mehr gibt.

Während guter drei Stunden manisch-psychotischer Reizüberflutung verliert man sich selbst immer wieder in einem Chaos aus (Alb)traumbildern und Hollywoodschick, glaubt sich zwischenzeitlich auf sicherem Boden, um dann wieder völlig haltlos im Handlungsstrang verloren zu gehen. Visuell ein Augenschmaus, werden auch die Ohren nicht enttäuscht von einer düster und bisweilen sogar höchst poppigen Hintergrundbeschallung. Und der Geist, der bekommt Futter für die nächsten Monate. Phantastisch!

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