2008

2. Januar 2008 | Von | Kategorie: Blickwinkel

Slowenien übernimmt den EU-Vorsitz und damit auch das Bummerl zur nach wie vor ungelösten Kosovo-Frage, in Pakistan & Co. wird geselbstmordattentätert und die derowegen zur Märtyrerin aufgestiegene Frau Bhutto begraben. Hier zwängt sich die politisch wahrscheinlich höchst unkorrekte Frage nach dem Geschlecht der, im Paradies auf die im WahlKAMPF Gefallene, wartenden Jungfräulichen förmlich auf.

Die Antwort blieb auch der hierzulande im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kirchenbotschaftende und sichtlich papstverliebte Kardinal schuldig – im Sinne der Ökumene wahrscheinlich. Der fromme Gottesdiener war in seiner rührig vorgetragenen, erzkonservativen Neujahrsbotschaft primär darum bemüht, sich den eigenen Weg in den Garten Eden zu sichern, was ihm zumindest aus weltlich-medialer Sicht bravourös gelungen ist. Minutenlange Redezeit einen Tag vor dem Bundespräsidenten und das zur quotenstarken Hauptabendzeit. Es darf gemutmaßt werden, ob hier im Vorfeld irgendwo das Moltofon Sturm geläutet hat. Auf alle Fälle bemerkungs- wenn nicht sogar besorgniswert dieser kirchen/regierungspolitisch nicht zu unterschätzende Medialschachzug zum Jahresbeginn. Da sollte sich 2008 nicht nur die Fußball-Nationalmannschaft auf so manche gegenerische Ballzauberei gefasst machen, wenngleich zumindest für Hickersberger und Mannen laut Frau Rogers die Sterne günstig stehen – ein Anfang.

Und doch auch ein jähes Ende. Herr Grissemann ist nicht mehr. Zumindest nicht seidig modulierend während des Neujahrskonzerts und das ist mehr als bloß ein akustischer Tiefschlag. Frau Rett ist zwar bemüht, doch vor lauter leiser Säuseligkeit kaum hörbar und somit gar nicht gut nach dem silvesterlichen Ohrensalat. Zur Freude des Tages gibt es dann aber noch Feuerzangenbowle mit Herrn Rühmann und damit gleich den guten Vorsatz, auch im Neuen Jahr den Frohsinn nicht über ernster Geschäftigkeit zu vergessen.

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