Drawing Restraints

1. Juni 2008 | Von | Kategorie: Das philosophische Menuett

matthew barney

Matthew Barney hat das Malen nach Zahlen nicht nur durch selbst in den Weg gelegte Hindernisse perfektioniert, er weiß dies auch höchst gewinnbringend umzusetzen. Und so kritzelt und kraxelt er durch diverse Videolandschaften, stellt sich im Glaskubus dauerhüpfmalend zur Schau und die Zuseherin vor die Frage „was will mir das sagen“ – Verstörung. Kunst allemal, aber ist da nicht vielleicht doch sogar etwas mehr, zwischen all der Vaseline, Zement und einer meterlangen blass schimmernden, sich am Boden aus einem weißlichen Kunststoffungetüm windenden Nabelschnur, die uns den Weg leitet, in trauter Einsamkeit – dank hochsommerlicher Außentemperaturen – entlang am Werk des Football affinen Künstlers.

Hier wird Mieder-geschnürt, dass sogar Königin Sisi der Atem stocken dürfte, endartTeufelshufe zwischen Autositzbänke gezwängt, welchen, den Hufen nämlich, man schließlich einen Stock höher bei Klaus Nomi wieder begegnet. Das ist dann aber auch schon Punk und damit eine andere Geschichte. Oder vielleicht doch nicht, denn neben der Klaue des Gottseibeiuns trifft man dort nicht nur auf die eigene Plattensammlung im Stiegenaufgang, sondern auch auf Tampax Romana und dies erinnert jetzt nicht bloß an den Unterstufenwitz zum Teebeutel des Vampirs, sondern vor allem an die zur Schau-Stellung des Körpers, seiner Öffnungen und Unzulänglichkeiten im Untergeschoß beim Master des Cremasters. Barney als Punk 2.0 sozusagen und sein Circle als ewige Wiederkehr des alten Geschlechtsteilesteckspiels.

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