Babel

23. März 2007 | Von | Kategorie: Stadtgeschichten

Die Nobelpreisträgerin wird im Akademietheater gegeben. Wiederaufnahme. Die Brisanz und Aktualität ist gleich geblieben. Der Intellekt bleibt dem Körper weiter unterlegen. Zumindest in der öffentlichen Berichterstattung und den heimeligen Wohnstuben.

Die Produktionsmaschinen der Kriegsindustrie arbeiten nach wie vor auf Hochtouren. Die menschlichen Reproduktionszweiheiten ebenso. Das Kanonenfutter wird nicht ausgehen. Das Gute noch nicht dauerhaft erfunden. Da gilt es das Böse hundertfach mit Bösem zu vergelten.

Die Visualisierung des selbigen erregt aufs Höchste. Da liegen die trainierten Schenkelchen abgetrennt in der roten Lache. Der Sohn schreit nach dem Vater. Im Himmel oder sonstwo. Die Mutter weiß nicht was sie kochen soll. Gestern gab es einen Rohrbruch. Alles wird bildlich dokumentiert. Die Öffentlichkeit will teilhaben.

Die Abwesenheit der reizüberflutenden Inszenierung, der man im Zwillingsstück ausgeliefert war, macht den Handlungsstrang noch stringenter und das Erleben unmittelbarer. Kaum visuelle Schnörkel. Dafür ganz viel Sprachflut, Lichtspiel bis hin zum Scheinwerferbombardement, von der musikalischen Untermalung durch den Dankeschor ganz zu schweigen. Nur Kermit hat´s am Schluss die Sprache nicht verschlagen. Quack, Quack.

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