Rinderwahnsinn

16. Juli 2007 | Von | Kategorie: Blickwinkel, Stadtgeschichten

Als Oberstuflerin hielt man einmal ein recht beherztes Referat zum Thema Ozonloch. Ende der 80iger Jahre und am Höhepunkt der Hairspray-Ära ein durchaus weltverbesserungsambitioniertes Vorhaben, nur die Frau Biologieunterricht sah das damals etwas anders.

Der rubinowitz´sche Charme einer selbstgebastelten Overheadfolie erheiterte die Klassenkameraden und -innen zwar ungemein, nur die Frau Professor fand das alles ganz und gar nicht witzig. Und das, wo der Einsatz diverser Vortragsgagets, doch gerade in dieser Zeit vorsintflutlichen Multimediaeinsatzes auf alle Fälle einer Würdigung wert gewesen wäre, vom künstlerischen Anspruch des Regenwald-Stilllebens einmal ganz abgesehen.

Man ließ sich durch die zwidernde Lehrkraft in seinem populärwissenschaftlichen Fachgesimpel allerdings nicht weiter beeindrucken und kam alsbald zum Highlight des Referats, den furzenden Kühen Patagoniens. Das GEO berichtete damals großformatig über das Phänomen.

Allerdings ragte der wissenschaftliche Horizont der Frau Professor über den Naturkosmetik-Ratgeber für gestrenge Damen nicht hinaus und so empfand sie die durchaus blumigen Ausführungen über Rinderblähungen und Atmosphärendurchlöcherung schlichtweg als Affront. Das gab dann schülerinnenseitig die rote Karte und man musste unter wilden Beschimpfungen durch die Pädagogin seinen Platz am Lehrerpult räumen.

Doch was tun, wenn die Flatulenz des gemeinen Hausrinds doch nun mal ein Klimakiller ist? Spiegel lesen, denn dort gibt es eine späte Genugtuung für die einstige Schmach.

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