aspern UNCOVERED lauscht jiddischen Klängen

16. Juni 2011 | Von | Kategorie: aspern UNCOVERED, s.o.s. workspace

Der Chor der Musikschule Donaustadt beeindruckte bereits bei der Geh-Denken Wanderung. Und so genoss das s.o.s.-Team in der vergangenen Woche das Privileg umso mehr, den engagierten Sängerinnen rund um Gesangspädagogin Mag. Ella Malkin in einer Privatvorstellung lauschen zu dürfen. Draußen herrschte brütende Sommerhitze, in der zum Musikzimmer umfunktionierten Bibliothek der Volksschule Natorpgasse der Wohlgesang. Und wir waren einmal mehr begeistert vom Können und Engagement der Sangestruppe.

An dieser Stelle sei allen Mitwirkenden nochmals ganz herzlich gedankt – allen voran der Leiterin der Musikschule  Donaustadt Frau Dr. Gabriele Waleta, den Sängerinnen Michèle Andunda, Ana-Marija Brkic, Anita Klimpfinger und der Chorleiterin Mag. Ella Malkin, deren Interpretation des Liedes  Donna, Donna wir Ihnen hier auf keinen Fall vorenthalten möchten:

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Zu diesem traditions- wie geschichtsreichen Stück auch noch die folgende Buchempfehlung: “Dos lied vunem ojsgehargetn jidischn volk” von Jizchak Katzenelson und Wolf Biermann.

Der Text des Liedes beschreibt die Geschichte eines Kälbchen, das zur Schlachtbank geführt wird und will die Situation des jüdischen Volkes während des “Dritten Reichs” reflektieren. Das Wort Donna stammt vom hebräischen Adonai – der Bezeichnung für “mein Herr” (Gott).

Die Musik zu “Donna, Donna” komponierte Sholomon Secunda (1894 – 1974), der Text stammt aus der Feder von Aaron Zeitlin (1889 – 1973) und wird hier in jiddisch und deutsch wiedergegeben:

Dos Kelbl

Oyfn furl ligt dos kelbl Ligt gebundn mit a shtrik Hoykh in himl flit dos shvelbl Freydt zikh, dreyt zikh hin un krik. Lakht der vint in korn Lakh un lakht un lakht Lakht er op a tog a gantsn mit a halber nakht.

Hey Dona, dona, dona…

Shrayt dos kelbl, zogt der poyer “Ver zhe heyst dikh zayn a kalb? Volst gekert tsu zayn a foygl Volst gekert tsu zayn a shvalb?” Lakht der vint in korn Lakh un lakht un lakht Lakht er op a tog a gantsn mit a halber nakht.
Bidne kelber tut men bindn Un men shlept zey un men shekht ver s’hot fligl, flit aroyf tzu iz bay keynem nit keyn knekht. Lakht der vint in korn Lakh un lakht un lakht Lakht er op a tog a gantsn mit a halber nakht.

Das Kälbchen

Auf einem Wagen liegt ein Kälbchen ist gefesselt mit  ́nem Strick. Hoch am Himmel fliegt ein Vogel, fliegt nach rechts und fliegt nach links. Lacht der Wind im Kornfeld, lacht und lacht und lacht, lacht den ganzen Tag darüber und noch die halbe Nacht.

Donaj, Donaj, Donaj……. daj !

Schreit das Kälbchen, sagt der Bauer: Weshalb bist du auch ein Kalb ? Wenn du willst, dann sei ein Vogel, wie am Himmel diese Schwalb ! Lacht der Wind im Kornfeld, lacht und lacht und lacht, lacht den ganzen Tag darüber und noch die halbe Nacht. Arme Kälbchen kann man fesseln und zum Schlächter schleppen hin, frei zu sein bedarf es Flügel und du fliegst zum Himmel hin. Lacht der Wind im Kornfeld, lacht und lacht und lacht, lacht den ganzen Tag darüber und noch die halbe Nacht.

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